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Trenbolon
Geschichte
Das anabole/androgene Steroid Trenbolon wurde erstmalig im Jahre 1963
in Frankreich vom Wissenschaftler L.Valluz und Mitarbeitern im Auftrag
von Roussel Uclaf (jetzt Hoechst Roussel) synthetisiert (24, 25, 26).
Es sollte jedoch bis zu den 80er Jahren dauern, bis Trenbolon in Form
von "Finajet" (Hoechst, USA) und "Finaject" (Roussel, Frankreich)
Einzug ins Bodybuilding hielt. Beide Medikamente stammten aus der
Veterinärmedizin,
enthielten jeweils 50ml mit 30mg Trenbolon Acetat pro Milliliter und
wurden zum "Aufspritzen" von Rindern benutzt, die nach der Trenbolon
Behandlung signifikant mehr Muskelmasse und weniger Fett mit sich herum
trugen. Bodybuilder waren auch in den 80er Jahren schon sehr
experimentierfreudig und dachten sich, "was für Rinder gut
ist, kann
für uns Bewohner einer Subkultur nicht schlecht sein...!" Man
weiß
nicht, ob den ersten Verwendern von "Finajet" und "Finaject" mulmig
zumute war, als sie sich ein Medikament injizierten, das eigentlich
nicht für Menschen gedacht war - immerhin hätten
ihnen Hörner oder ein
langer... äh... Schwanz wachsen können. Wie dem auch
sei, eine
eventuell anfängliche Angst war mit Sicherheit schnell
verflogen, als die
Ergebnisse sichtbar wurden, die mit Trenbolon erzielbar waren.
Trenbolon Acetat sorgte damals wie heute für einen qualitativ
extrem hochwertigen Zuwachs an Muskulatur und konnte darüber
hinaus bei entsprechend sauberer Ernährung den
Körperfettgehalt spür-, sicht- und messbar
verringern. Die Bodybuilder der 80er Jahre liebten ihr "Fina", wie sie
es zärtlich nannten. Besonders Wettkampfbodybuilder erreichten
in der Kombination mit Stanozolol (Winstrol) eine Muskelhärte,
die zuvor schlichtweg unerreichbar war.
Kaum ein anaboles/androgenes Steroid sollte in den nächsten
Jahren und
Jahrzehnten einen solchen Kultstatus erlangen wie Trenbolon und es
bleibt zu bezweifeln, ob dieser Kultstatus wirklich nur daran liegt,
dass
Trenbolon lange Zeit offiziell von der Bildfläche verschwunden
war.
Nachdem die Produktion von "Finajet" und "Finaject" im Jahre 1987
offiziell eingestellt wurde und man mit den Tränen der
Trenbolon süchtigen Bodybuilder und Powerlifter halb Afrika
bewässert hatte, war es erstmal lange Zeit still um Trenbolon.
Untergrundlaboratorien waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht an der
Tagesordnung und Trenbolon für die Humanmedizin (noch) nicht
zugelassen, was sich kurze Zeit später allerdings schlagartig
ändern sollte. Die französische Firma "Negma" bekam
das Go für das erste Trenbolon der Humanmedizin. Es war an das
zungenbrecherische Ester "Hexahydrobenzylcarbonat" gebunden und nannte
sich "Hexabolon", was kurze Zeit später auf Grund einer
Sammelklage des "Walpurgischen Hexenverbandes e.V." in "Parabolan"
umbenannt wurde. Spätestens jetzt sollte es bei einigen
klingeln. Wer das Wort "Trenbolon" hört, denkt seitdem in 9
von 10 Fällen an "Parabolan". Bodybuilder machten sich ihre
schicken Schnellpopperhöschen nass und schossen sich ihr
"Para" in einer Frequenz, in der andere Menschen atmen. Zwar erlaubt
das Hexahydrobenzylcarbonat Ester rein theoretisch einen
Injektionsintervall von mehreren Tagen, allerdings waren
tägliche Injektionen (in Extremfällen sogar mehrmals
tägliche Injektionen, sofern man dem Nachrichtenmagazin "Der
Spiegel" und dessen Bericht über den leider viel zu
früh verstorbenen Profi Bodybuilder Andreas Münzer
Glauben schenkt) keine Seltenheit. Kurze Zeit später meldete
sich dann auch der ehemalige Profi Bodybuilder Joe DeFendis zu Wort,
der über Blut in seinem Urin klagte, daher auch der bekannte
Satz "You know the juice is working, when you start to piss blood!",
was übersetzt "Du weißt, dass das Zeug wirkt, wenn
Du anfängst, Blut zu pinkeln!" bedeutet. Damals waren
brauchbare Infos knapp, es gab noch kein Internet und somit leider auch
noch kein trenbolon.de, wodurch mit diesem Spruch eine wahre Hysterie
ausgelöst wurde. Dass das alles Quatsch und Trenbolon kein
Stück nierentoxisch ist, wissen wir heute (siehe hierzu auch
das Kapitel "Nebenwirkungen"),
was viele aber nicht davon abhält, immer noch solche
Märchen weiterzutragen - leider auch viele Printmedien.
Die Produktion von "Parabolan" wurde offiziell im Jahre 1997
eingestellt (Nein, es gibt KEIN echtes "Parabolan" mehr, auch wenn Dein
Dealer um die Ecke seine Hand dafür ins Feuer legt, dass die
Ampullen, die er Dir für 20 Euro das Stück
[natürlich ein absoluter Freundschaftspreis, da "Parabolan"
heutzutage schon recht rar ist] selbstlos überlassen
möchte, direkt ab Werk gekauft und nunmehr seit gut einem
Jahrzehnt in einer Kühlkapsel im Fundament seines Hauses
einzementiert waren) und erneut kam eine Dürreperiode auf die
Trenbolon Junkies zu.
In den USA gab es zwar noch Trenbolon Acetat,
allerdings in einer für Bodybuilder recht ungeeigneten Form,
nämlich den Finaplix
Pellets, Trenbolon haltigen
Implantaten (20mg Trenbolon Acetat pro Implantat), die Rindern mit
Hilfe einer speziellen Pistole ins Fleisch geschossen wurden. Wir
Bodybuilder wehren uns ja vehement gegen Sprüche wie "viele
Muskeln, wenig Hirn", aber dazu sollten dann auch alle an einem Strang
ziehen und nicht auf die Idee kommen, sich tatsächlich
"Finaplix" zu schießen. Nein, kein Scherz. Es hat in der Tat
amerikanische Bodybuilder gegeben, die sich mutig die geladene
"Finaplix" Pistole an den Popes gehalten und abgedrückt haben.
Wer dem Wahnsinn noch nicht verfallen war, nutzte Dan
Duchaine´s weniger schmerzhafte Methode, zerbröselte
die Pellets und trug diese dann in einer DMSO (Dimethylsulfoxid)
haltigen Creme gelöst auf den Körper auf. DMSO
öffnet die Poren der oberen Hautschichten und sorgt damit
dafür, dass spezielle Wirkstoffe durch die Haut hindurch in
den Blutkreislauf gelangen. Eine tolle Sache, wenn dadurch die anderen
Wirkstoffe der Pellets, wie z.B. Bindemittel etc. nicht auch durch die
Haut gelangen und das DMSO dazu einen knoblauchartigen
Körpergeruch verursachen würde. Die dritte
Möglichkeit, "Finaplix" Pellets für seine Zwecke zu
gebrauchen, bestand im Herstellen einer eigenen
Injektionslösung. Es geistern hierüber viele
Anleitungen im Internet umher, eine findet Ihr hier.
Da ich persönlich nichts davon halte, wenn ungelernte,
grobmotorische Bodybuilder Sachen tun, für die es Spezialisten
gibt, wird an dieser Stelle auch nicht weiter hierauf eingegangen.
Wo wir vorhin kurz bei der Intelligenz einiger weniger (ich
möchte sie politisch korrekt "besonderer") Bodybuilder waren:
Die ganzen Schießübungen, Einreibungen und Brauerein
in der heimischen Küche hätte man sich sparen
können, wenn man mit offenen Augen durch die Welt gegangen
wäre. Die deutsche Untergrundfirma "International
Pharmaceuticals" (nicht zu verwechseln mit IP China oder IP Polen!),
auch bekannt unter den Kürzeln "IP CZ" oder "IP
G/D", bot seit Menschengedenken "Trenbolone
Hexahydrobenzylcarbonat XXIV" mit 76mg Trenbolon
Hexahydrobenzylcarbonat pro Milliliter in der vorteilhaften 10ml Vial
an. Da einige geistig insolvente Theoretiker allerdings gerne alle
Produkte von "International Pharmaceuticals" als Fälschungen
titulierten, konnte sich dieses Topprodukt niemals wirklich
durchsetzen. "International Pharmaceuticals" stand damals wie heute in
keinem offiziellen Arzneimittelherstellerverzeichnis, also musste das
ja alles Schrott sein. Blöd nur, dass Untergrundlaboratorien,
wie der Name schon sagt, im Untergrund arbeiten und demnach keinem
Staat Rechenschaft schuldig sind, was natürlich nicht
heißt, dass deren Produkte schlecht sind. Ich möchte
sogar so weit gehen und behaupten, dass gewisse etablierte
Untergrundlaboratorien mittlerweile auf die selben Herstellstandards
Wert legen, wie die großen Firmen.
Der richtig große Knall kam dann Ende der 90er, als Nachahmer
von "International Pharmaceuticals" auf den bereits mit Volldampf
rollenden Zug aufsprangen und als Untergrundfirma ihre Waren anboten.
Eines der ersten nach "International Pharmaceuticals" war "British
Dragon", die uns uns seit mittlerweile fast 10 Jahren (Stand 2006)
wieder mit dem gelbgoldenen Saft versorgen, der die Muskeln wachsen und
das Fett schmelzen lässt. Mittlerweile gibt es
unzählige Untergrundlaboratorien, die neben Trenbolon Acetat
und Hexahydrobenzylcarbonat mittlerweile auch Trenbolon Enantat
anbieten. In Thailand wird in den Apotheken sogar wieder offiziell
Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat angeboten: "Danabolan DS" nennt sich
das Präparat, wird von Body Research hergestellt (auch
Untergrund, aber in solchen Ländern sieht man das nicht ganz
so eng) und enthält pro Milliliter 76mg Wirkstoff. Der Preis
in der thailändischen Apotheke liegt bei ca. 13,00 Euro pro
Ampulle, auf dem deutschsprachigen Schwarzmarkt lackt man dann schnell
mal bis zu 25,00 Euro pro Ampulle.
Kommen wir von den Untergrundlaboratorien zu den Anbietern, die
definitiv nicht sein müssten - die so genannten Homebrewer.
Homebrewer sind Menschen, die sich die Wirkstoffe in China bestellen
(Preisbeispiele: Trenbolon Acetat: ca. 6.500 US $/kg; Trenbolon
Enantat: ca. 8.000 US $/kg), diese dann zuhause in der Küche
mit Öl vermischen, in 10ml Vials abfüllen und dann
für kleines bis moderates Geld weiterverkaufen. Wenn man sich
etwas ins Fleisch schießt, das anschließend
folglich den Blutkreislauf erreicht, sollte man den Kostenfaktor
unbedingt ausser Acht lassen und auf Qualität bestrebt sein,
was bei Homebrewern nicht nachprüfbar ist. Weiß
jemand, ob im Trägeröl zuvor Fritten zubereitet
worden sind oder der Wirkstoff vom Tisch gefallen und
anschließend fein säuberlich zusammengekehrt in den
Ampullen gelandet ist? Trübe Lösungen, Fruchtfliegen
und Haare in den Lösungen und Nebenwirkungen, die bei den
angebotenen Wirkstoffen nicht sein dürften (Wasserspeicherung
bei angeblichem Trenbolon Acetat z.B., wa sich später als
Testosteron Propionat herausgestellt hatte) - ob man sowas
tatsächlich haben möchte, um vielleicht 10 oder 20
Euro an einer 10ml Vial zu sparen? Geiz ist zwar geil, kann in solchen
Fällen aber auch böse enden. Jedem das seine.
Wer heutzutage Trenbolon verwenden möchte, hat die Qual der
Wahl: Veterinärmedizin, Untergrundlaboratorien oder
Homebrewer. Echte Human Grade Produkte (Produkte für die
Humanmedizin) gibt es derzeit nicht, aber das ist auch egal - bei einem
so feinen Stöffchen wie Trenbolon kann man ruhig mal ein Auge
zudrücken...
Anmerkung:
Die Verweise zu wissenschaftlichen
Studien und anderen Quellen, gekennzeichnet mit einer Zahl
in einer Klammern, z.B. "(1)", findet Ihr bei den
Links.
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